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CONTINENTAL AUTOMOTIVE GMBH - Gehäuse-Systeme für unterwegs

Elektronik im Maßanzug wurde für den elektronischen „Fahrtenschreiber-Schulungskoffer“ unseres Kunden Continental Automotive realisiert.

Gehäuse-Systeme für unterwegs

"Maßanzug" für einen mobilen Tachografen


Sollen sensible Elektronikmodule an unterschiedlichen Einsatzorten betrieben werden, so ist die Suche nach dem optimalen Gehäuse nicht einfach. Die hierfür geeignete Behausung muss nämlich nicht nur leicht, sondern auch robust sein – so auch beim nachfolgend beschriebenen Demonstrations und Schulungskoffer für den VDO DCTO 1381. Letzterer bildet u.a. die Anzeigen eines LKW-Cockpits bei unterschiedlichen Fahrbedingungen nach.

Santox und Continental verbindet eine langjährige partnerschaftliche Zusammenarbeit. Auf diesem tragfähigen Fundament erfolgte das vertrauliche Briefing für einen zu konzipierenden „Demonstrations- und Schulungskoffer“ für den digitalen Tachograf VDO DTCO 1381 (siehe Kasten). Stabil, leicht transportabel und realitätsnah zum echten Fahrbetrieb war ein Gesamtkonzept zu konzipieren, auf dessen Bedienoberfläche das Gerät selbst, ein analog-digitaler Tachometer, fünf Aufnahmeplätze für Identifikationskarten, Schalter und Taster zur Simulation von „Zündung ein/aus“, „Licht ein/aus“ und „Geschwindigkeit erhöhen/senken“ angeordnet sind (siehe Bild 1). Für die Speisung von Zusatzgeräten ist ein 24-V(DC)-Ausgang erforderlich.

Aber das war nur der erste Teil der Aufgabe. Der Schulungskoffer musste zusätzlich ein Geschwindigkeitssignal für den fahrzeugidentischen Sensor von 0 bis 190 km/h erzeugen, was der Gehäusehersteller über eine „inkrementelle Zahnscheibe“ löste, die auf einem geregelten EBM-Papst-Motor sitzt. Die Drehzahl der Zahnscheibe, als Synonym für die Fahrzeuggeschwindigkeit, ist in einem optisch simulierten Fahrzeugreifen sichtbar (siehe Bild 1, rechts oben). Simuliert werden musste auch „Kabelbruch“. Zudem war ein Eingang für das Einspielen von „Fremddaten“ vorzusehen. Schließlich waren noch ein Netzeingang, Netzabsicherung, Netzschalter und ein Netzgerät mit 24-V(DC)- Ausgang erforderlich.

Ein Systemkoffer, der es in sich hat
Nach dem Briefing-Gespräch waren den Konstrukteuren bei Santox folgende Eckpunkte klar: Das modulare Gehäusesystem S2000 bringt alle Voraussetzungen mit, um die Aufgabe zu lösen. Zum einen basiert es auf doppelwandigen Aluminiumprofilen, die sich fein abgestuft zu jeder gewünschten Größe kombinieren lassen. Zum anderen gewährleistet es hohe Stabilität bei geringem Gewicht sowie eine makellose Außen- wie Innenansicht: Alle Befestigungselemente und Verschraubungen für Geräteträger, Winkel, Kabelführungen, Ausbauten etc. verschwinden unsichtbar in den Hohlräumen der Doppelwand.

Fast wie gewohnt würde mehr zu tun sein, als lediglich ein Gehäuse zu konzipieren. Deshalb galt es zunächst, die erforderlichen Bauteile und Komponenten zu bestimmen, den Impulsgeber zu berechnen und eine Schaltung für die Steuerung des EBM-Motors zu entwickeln.

Zur Vermeidung eines Kabelwustes wurde die gesamte Verdrahtung auf einer an der Rückwand platzierten Leiterplatte realisiert und darüber hinaus ein kundenspezifischer Stecker adaptiert. Für universelle Industrietauglichkeit wurden zusätzlich alle Ein- und Ausgangssignale auf einen Klemmenblock von Phoenix geführt. Alle Entwicklungsschritte und die Versionsverwaltung des DTCO-1381-Koffers sind in einer lückenlosen Historie dokumentiert.

Nachdem alle erforderlichen Komponenten erstellt respektive beschafft waren, konnte die minimale Größe des Koffer-Gehäuses bestimmt werden. In dessen vollständig abnehmbarem, dreidimensionalem Deckel (siehe Bild 2) sind nach Öffnen einer Abdeckung alle Zubehörteile passgenau untergebracht: Netzkabel, Druckerpapier, Downloadkeys etc. Ein Detail am Rande: Damit der Deckel leicht auf das mobile Gehäuse gesetzt werden kann, verfügt er über identische Zusatzfüße wie das Gehäuse.

Steckbrief des DTCO 1381

Der Digitale Tachograph DTCO 1381 wurde von VDO nach den Vorgaben der Europäischen Union (EU) entwickelt und erfüllt alle Anforderungen, die innerhalb der EU an die Aufzeichnung von Lenk- und Ruhezeiten gestellt werden. Die jüngste DTCO-Generation 2.0 setzt die so genannte 1-Minuten-Regel um. Die Elektronik ist so programmiert, dass die längste Aktivität innerhalb einer gegebenen Minute bestimmt, ob diese als Arbeits- oder Ruhezeit gewertet wird. Vor allem im Verteilerverkehr, im Stau oder in der Schlange vor der Zollabfertigung, wenn das Fahrzeug oft nur wenige Sekunden bewegt wird und lange steht, können die Fahrer so wertvolle Lenkzeit gewinnen. Völlig neu ist auch der optionale VDO Counter, der mit der DTCO- Version 2.0a über den Nachrüstmarkt (Aftermarket) verfügbar ist. Der VDO Counter hält den Fahrer – wie ein persönlicher Assistent – ständig auf dem Laufenden. Während der Tour genügt ein Blick auf das DTCO-Display, schon sieht der Fahrer, wie lange er sein Fahrzeug noch steuern darf und wann die nächste Ruhezeit von welcher Dauer nötig ist.


Veröffentlicht in Elektoniknet.de


Der Autor: 

Peter Hauser ist Gründer des Unternehmens Santox-Industriekoffer und ist im heutigen Unternehmen verantwortlich für Technik und Entwicklung.

SANTOX Gehäuse-Systeme GmbH
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Bild 1: Der DTCO-1381 ermöglicht realistisch alle relevanten Aktionen wie im Cockpit. Die Impulse für die Geschwindigkeits- und Fahrstreckensimulation liefert ein inkrementales Zahnrad. Das erforderliche Zubehör ist im Frontdeckel platziert.